Projektgruppe Velten: JEBDA auf den Spuren der Roten Kapelle zwischen Velten und Liebenberg
Wer sind wir?
Im Jahr 2007 wurden, wie in anderen Jahren auch, viele Jugendliche konfirmiert. Die Konfirmanden aus Velten schlossen sich jedoch anschließend zu einer Gruppe zusammen, dievsich fortan JEBDA (Junge Engel bei der Arbeit) nannte.
Es verließen viele die Gruppe, einige neue (auch Atheisten) kamen hinzu. Die Konstellation vom Oktober 2009, mit der wir nach Berlin zum Seminarwochenende über die »Rote Kapelle« reisten, entstand größtenteils während der MixedPicklesWochen 2008 und 2009. Diese Wochen stellen eine mittlerweile alljährlich stattfindende Antirassismusaktion dar, die auch 2010 in der ersten Sommerferienwoche in Velten unter dem Motto »Hart an der Grenze« durchgeführt wird.
Die Anregung bei dem Projekt »Kommunikation + Zivilcourage« mitzumachen, kam von unserer örtlichen Pfarrerin Ute Gniewoß, die auch den Kontakt zu Libertas und Zeitpfeil e. V. herstellte.
Unser Projekt
Unser Ziel ist es, andere Menschen auf das Schicksal der Widerstandskämpfer der »Roten Kapelle« aufmerksam zu machen, aber auch zu zeigen, dass sie ganz normale Menschen, Ehepartner, Eltern und Freunde waren. Dies wollen wir mit einem Dokumentarfilm einer etwas anderen Art bewerkstelligen, dessen Konzept wir hier vorstellen.
Wir werden uns mit dem Fahrrad von Velten nach Liebenberg vorarbeiten und an ver
schie denen Orten Zwischenstationen einlegen. Diese Orte sind Germendorf, Oranienburg, Lehnitz, Sachsenhausen und Freienhagen und stehen in Verbindung mit einigen Mitgliedern der »Roten Kapelle«. Für den Dokumentarfilm haben wir ein Drehbuch entwickelt. Dazu arbeiteten wir das Infor mationsmaterial, welches uns die Projektleitung zur Verfügung gestellt hatte, sorgfältig mehrere Male durch. Dabei stellten wir fest: wir benötigen noch viel, viel mehr ...
Deshalb streckten wir unsere Fühler aus und erkundigten uns bei mehreren, sehr hilfs
bereiten Personen und machten uns auf zur Recherche. So bekamen wir zum Beispiel Zugang zum Archiv Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und durchforschten die Stadtarchive in Oranienburg, Velten und Hennigsdorf nach Material. Neben diesen Quellen nutzten wir auch die Informationen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Gedenk stätte Plötzensee, vor allem aber erhielten wir Hilfe von Hans Coppi. Hans Coppi ist der Sohn des gleichnamigen Widerstandskämpfers, der mit Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack, Kurt Schumacher u. a. am 22. Dezember 1942 hingerichtet wurde. Hans Coppi wurde 1934 mit 18 Jahren das erste Mal verhaftet. Er kam einige Wochen in das Konzentrationslager Oranienburg und dann in das Jugendgefängnis Plötzensee. Auch Fritz Gabbe wurde von den Nazis verhaftet und erst 1936 aus dem Zuchthaus Brandenburg entlassen. Hans Coppi und Fritz Gabbe wurden nach dessen Freilassung Freunde und führten gemeinsame Widerstandstätigkeiten aus, wie das Verteilen von Flugblättern oder halfen Verfolgten, die aus Deutschland fliehen mussten. Dies haben wir von Hans Coppi und durch ein Interview mit einem Zeitzeugen - dem Sohn der kommunistischen Hitlergegner Erna und Fritz Gabbe - erfahren.
Außerdem lasen wir mehrere Bücher zum Thema Nationalsozialismus und Verfolgung, wie die Biografie über Libertas Schulze-Boysen »Erzähl allen, allen von mir« von Silke Kettelhake, die Autobiografie »Neger, Neger, Schornsteinfeger« von HansJürgen Massaquoi oder das Buch »Das Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg«.
Im Moment arbeiten wir intensiv an den Vorbereitungen für den Dokumentarfilm. Erste Drehversuche haben wir bereits unternommen. Bis Ende des Sommers 2010 soll der Film fertig gestellt sein. Wir möchten ihn dann in Form einer kleinen Filmpremi
ere den anderen Projektgruppen und allen Interessierten vorstellen.

