Kleinmachnow
Adolf und Maria Grimmelebten bis zu ihrer Verhaftung im Langendreesch 5B.
Nach praktischer Tätigkeit im Schuldienst wirkt Adolf Grimme als führender sozialdemokratischer Bildungs- und Kulturpolitiker. Der religiöse Sozialist und Schulreformer wird 1930 in der Preußischen Landesregierung Minister für Wissenschaft, Kunst und Bildung. Durch den Staatsstreich Papens am 20. Juli 1932 verliert er dieses Amt. Nach 1933 unterhält er vielfältige Kontakte zu oppositionellen Intellektuellen. In Kleinmachnow kam es zu Gesprächen mit seinem Studienfreund, dem Schriftteller Adam Kuckhoff. Ende der dreißiger Jahre beteiligt sich daran der spätere Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium, Arvid Harnack und John Sieg, Fahrdienstleiter bei der Reichsbahn und bis 1933 Redakteur der KPD-Zeitung „Die Rote Fahne“.
Adolf Grimme wird am 11. und am 12. Oktober seine Frau, die Malerin Maria Grimme, festgenommen. Der Anklagevertreter beantragt vor dem Reichskriegsgericht gegen Adolf Grimme die Todesstrafe. Anfang Februar 1943 wird Grimme "wegen Nichtanzeige eines Vorhabens des Hochverrats" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und in Luckau und Fuhlsbüttel inhaftiert. Er überlebt das Kriegsende und wird 1946 Kultusminister von Niedersachsen und 1948 Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks.
In Kleinmachnow gibt es den Adolf-Grimme-Ring und den Adam-Kuckhoff-Platz
Literatur:
- Harald Kretzschmar: Adolf Grimme, in: Paradies der Begegnungen: Der Künstlerort Kleinmachnow, Leipzig 2008
- Kai Burkhardt: Adolf Grimme (1889-1963), Köln/Weimar/Wien 2007
Biographie von Adam Kuckhoff
Adam Kuckhoff wächst in einer Fabrikantenfamilie in Aachen auf. Seit seiner Studienzeit in Halle ist er mit Adolf Grimme befreundet. Ende der zwanziger Jahren übernimmt er die Redaktion der "Tat" und veröffentlicht dort erste Reportagen von John Sieg. 1930 wird er Dramaturg des Berliner Schauspielhauses. Kuckhoff verfasst - ab 1932 freischaffend – Theaterstücke und Romane. Seit 1933 bestehen über Greta Lorke, mit der er seit 1937 verheiratet ist, freundschaftliche Kontakte zu Arvid und Mildred Harnack. 1940 lernt Kuckhoff den Luftwaffenoffizier Harro Schulze-Boysen kennen. Gemeinsam mit John Sieg verfasst er "Offene Briefe an die Ostfront". Kuckhoff hat auch Kontakte zu dem Vertreter der sowjetischen Botschaft, Alexander Korotkow. Am 12. September 1942 verhaftet die Gestapo ihn während Filmarbeiten in Prag. Adam Kuckhoff wird am 3. Februar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und in Plötzensee ermordet.
Literatur:
- Greta Kuckhoff: Vom Rosenkranz zur Roten Kapelle, Berlin 1972

